Modell Infos · Volkswagen · Stoll Coupe

VW Stoll
Coupe.

Ein echtes Einzelstück auf Käfer-Basis: 1951 in Auftrag gegeben und von der Karosseriebaufirma Stoll nach individuellen Wünschen aufgebaut.

Volkswagen Käfer Basis Sonderkarosserie Baujahr 1952 Unikat

Das Stoll Coupe

Die ganzen mit hübschen Sonderkarosserien bestückten exotischen Brüder des Käfers, die in den 50er Jahren um die Gunst der Käufer warben, waren damals nicht ganz billig. Doch auch zur Zeit des Wirtschaftswunders fanden sich noch genug Interessenten und Käufer für Automobile der höheren Preisklasse. Wer es sich damals leisten konnte, bewies seinen guten Geschmack mit einem ansprechenden Auto, das man nicht an jeder Ecke sah.

Volkswagen hatte damals mit den beiden Käfer-Versionen „Limousine Standard“ und „Limousine Export“ zwar einen zuverlässigen Bestseller in seinem Programm, doch wer statt der vernünftigen Käfer etwas Besonderes, etwas Eleganteres oder Schnelleres haben wollte, wurde bei VW bis 1955 leider nicht fündig.

Erst ab 1955 präsentierte VW in Zusammenarbeit mit dem Wilhelm-Karmann-Werk aus Osnabrück den schnittigen Karmann Ghia. Neben Karmann, Hebmüller und einigen anderen Karosseriebau-Betrieben, die Sonderkarossen für den Käfer entwickelten und bauten, mischten auch einige Außenseiter mit, die allerdings nie an die Produktionszahlen der „Großen“ herankamen.

So gab es zum Beispiel die 1924 gegründete und in Berlin-Halensee ansässige Karosseriebaufirma von Friedrich Rometsch und seinem Sohn Fritz. Der Senior erlernte das Handwerk beim Karosseriebau-Spezialisten Erdmann & Rossi, die in den 30er Jahren wahre Prunkstücke auf Mercedes- und Horch-Chassis herstellten.

Rometsch stellte in den frühen 1950er Jahren erste Cabrio-Versionen des VW Käfers her. Für den Taxiverkehr bot die Firma eine etwa 30 Zentimeter lange Verlängerung des Käfer-Chassis und den Einbau hinterer Türen an. Insgesamt stellte Rometsch vier Coupé- und Cabrio-Varianten auf Basis des Käfers her. In den Jahren 1950 bis 1961 entstanden dort insgesamt 585 Sonderkarosserien.

Noch geringere Stückzahlen erreichte die Karosseriebaufirma der Gebrüder Drews aus Wuppertal-Oberbarmen. Sie bauten zwischen 1949 und 1951 gerade einmal 150 Sportcabriolets auf Käfer-Basis mit einer handgedengelten Aluminiumkarosserie.

Nach dieser langen Sonderkarosserie-Vorgeschichte kommen wir zu einem absoluten Unikat: dem VW Stoll Coupe. Die Karosseriebaufirma Stoll, die später Ackermann / Fruehauf hieß und in Wolfhagen bei Kassel ansässig war, stellte nur eine einzige Sonderkarosserie auf Basis des Käfers her.

Der Anlass war ein vermögender Rechtsanwalt aus Bad Nauheim, der kein Auto von der Stange fahren wollte. Also kaufte er sich 1951 bei VW einen Käfer in der Standard-Ausführung und fuhr damit zur Firma Stoll. Er gab dem Karosseriebau-Spezialisten den Auftrag, den Käfer so umzubauen, dass ein einmaliges Stück entstand. Nach den Wünschen des Anwalts wurden Zeichnungen angefertigt und anschließend der einzigartige Umbau ausgeführt.

Wenn man sich das Stoll Coupe anschaut, erinnert es stark an das Hebmüller Cabriolet. Sicherlich ließ sich der Auftraggeber davon inspirieren.

Das Stoll Coupe existiert noch heute. Nachdem das Auto im Laufe der Jahrzehnte viele verschiedene Besitzer hatte, wurde Anfang der 1990er Jahre ein Engländer auf das Einzelstück aufmerksam. Er kaufte den Wagen und restaurierte ihn liebevoll und in mühevoller Arbeit.

Später kaufte Volkswagen das Einzelstück. Heute kann es im Zeithaus der VW Autostadt in Wolfsburg bewundert werden.

VW Stoll Coupe
VW Stoll Coupe
ModellVW Stoll Coupe
MotorVierzylinder-Boxermotor · luftgekühlt · 1.131 ccm · 25 PS bei 3.300 U/min
Höchstgeschwindigkeit100 km/h
Bauzeit / Stückzahl1952 · 1 Fahrzeug